Wir wollten wissen, was Blogger antreibt, welche Grundmotivation sie haben, und wie sie über Kooperationen mit Unternehmen und Agenturen denken. Dazu haben wir im März 2018 im Rahmen einer Online-Befragung die Antworten von 307 Bloggern ausgewertet.

Zu Beginn der Befragung haben wir die Blogger gebeten, sich selbst als Amateur oder als Profi einzuordnen. Dadurch konnten wir die Antworten in den jeweiligen Kategorien gegenüberstellen, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu untersuchen. Von den Befragten bezeichnen sich 162 Teilnehmer als Amateur, und somit 145 als Profi-Blogger.

Grundmotivation

Auf unsere Frage, warum betreibst du deinen Blog wurden die Gründe in dieser Reihenfolge angegeben:

Amateure Profis
1. um mein Hobby darzustellen (75%) 1. als kreatives Ventil (77%)
2. als kreatives Ventil (65%) 2. um mein Hobby darzustellen (67%)
3. um mich zu vernetzen (46%) 3. zum Geldverdienen (48%)
4. zum Geldverdienen (27%) 4. um mich zu vernetzen (43%)

 

Deutlich erkennbar ist die stark steigende Monetarisierungsabsicht mit zunehmender Professionalität. Erfreulich ist, dass die grundsätzliche Motivation für das Bloggen sich allerdings nicht verändert.

Content-Erstellung und -Verbreitung

Mit zunehmender Professionalität steigt auch der zeitliche Aufwand, den die Blogger in die Erstellung eines einzelnen Beitrags investieren. Während nur 28% der Amateure auch mal mehr als einen Arbeitstag dafür benötigen, nehmen sich immerhin 47% aller Profis so viel Zeit dafür.

Bei der Verbreitung der Blogposts gibt es wiederum keinen Unterschied. Facebook ist der beliebteste Kanal, um auf neue Beiträge hinzuweisen, gefolgt von Instagram, Twitter und Pinterest auf den Plätzen zwei bis vier. Und auch Google+ wird immerhin von 38% der Amateure und 51% der Profis für diesen Zweck genutzt.

Besucherzahlen

Einen signifikanten Unterschied gibt es bei den Besucherzahlen: lediglich 10% der Amateure verzeichnen mehr als 10.000 Besucher im Monat, während es bei den Profis über 38% sind. Dieses Wachstum ist sicherlich einhergehend mit dem Alter eines Blogs: während jeder zweite Amateur erst weniger als 3 Jahre aktiv ist, bloggt jeder dritte Profi schon mehr als 4 Jahre.

Kooperationen und Vergütung

Fast alle Blogger sind aufgeschlossen gegenüber Kooperationen mit Unternehmen und Agenturen. Das ist die Aussage von 89% der Amateure und 96% der Profis.

Unterschiedlich bewerten die Blogger hingegen ihre Leistung im Rahmen von Kooperationen. Während zwei Drittel der Amateure weniger als 100,- Euro für einen Sponsored Post notieren, beträgt die Vergütung bei jedem zweiten Profi zwischen 100,- und 400,- Euro.

 

 

Infografik zur freien Verwendung

Bei Interesse darf die nachstehende Infografik gern verwendet werden. Sie kann im PDF-Format oder als PNG-Datei heruntergeladen werden. Bei externer Einbindung freuen wir uns auf einen Link zu diesem Beitrag.

Blogger-Studie 2018 von trusted blogs

 


Eddy

Blogger, Läufer, Gründer, Uhrmacher (aber das war lange vor diesem Internet)

3 Comments

Henning Uhle · 9. Mai 2018 at 15:10

Hallo zusammen,

das ist ja witzig. Ich hatte an der Studie nicht teilgenommen. Vielleicht ist sie mir durchgerutscht. Ist ja auch egal. Aber was ich witzig finde, ist etwas völlig anderes:

Ich sehe mich nicht als Profi an, weil ich meinen Blog immer nur nebenbei betreibe. Dennoch denke ich, dass die Vergütung von Kooperationen durchaus viel höher als 100 € sein muss. Man muss ja unterscheiden zwischen „Kipp mal einen Artikel mit einem beauftragten Link in deinen Blog“ und „Wir unterstützen für die nächsten 12 Monate deinen Blog und deine Arbeit“ unterscheiden. Nur mal so: Letzteres wäre eine Kooperation. Alles andere ist nur schnödes Link-Abkippen.
Ich wäre beim Grund, warum ich blogge, beim kreativen Ventil. Aber wie schon bei mir im Blog steht: Hauptsächlich schreibe ich meinen Blog voll, weil es Spaß macht.
Bei der Verbreitung setze ich auf Facebook, Twitter und Google+, die anderen Netzwerke spielen bei mir keine Rolle. Bei letzterem habe ich die treuesten Leser. Und ich setze auf so etwas altmodisches wie einen Newsletter.
Bin ich eigentlich noch Amateur-Blogger, wenn mein Blog im April neunjähriges Bestehen hatte? Wie gesagt: Ich sehe mich nicht als Profi.
Und letztlich: Bei mir geht es stundenweise ab, aber auch mal tageweise oder auch wochenweise, bis ein Artikel fertig ist. Das kommt immer auf die Komplexität des Themas an.
Mit anderen Worten: Ich finde mich so gar nicht wieder. Was mache ich denn jetzt mit der Erkenntnis? Bin ich ein Sonderling?
Ich glaube her, dass genau das die Bloggerwelt ausmacht: Die enorm große Vielfalt. Und die kann durch keine Statistik abgebildet werden. Und das ist auch gut so.

Viele Grüße,
Henning

    Eddy · 9. Mai 2018 at 16:12

    Vielen Dank für Dein Statement, Henning! Ich würde Dich schon als Profi einstufen. Das hat nichts damit zu tun, ob Du Deinen Blog nebenbei betreibst, sondern vielmehr damit, über wieviel Erfahrung und Wissen Du verfügst. In Anbetracht der Tatsache, dass Du schon fast ein Jahrzehnt bloggst, zähle ich Dich eindeutig zu den Profis.

    Was die Zeit betrifft, die für einen Blogpost aufgewandt wird, so musst Du versuchen, den Mittelwert zu finden. Das war auch bei der Umfrage so gewünscht. Du bist also kein Sonderling, wenn es mal ziemlich lange dauert, bis ein Beitrag fertig ist, und beim nächsten mal nur eine Stunde.

Blog-Marketing: Unternehmen sollten zunehmende Professionalität belohnen - BASIC thinking · 24. Mai 2018 at 10:06

[…] → Die Infografik zur Studie gibt es unter trusted.blog/studie18 […]

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